Die Erfassung des Risikos: Die anfallenden Kosten

Um die FHCF weiter zu konkretisieren soll ein Kostenindex entwickelt werden, der in erster Linie aufgrund der hohen Standardisierbarkeit an das DRG-System angelehnt werden soll und somit in erster Linie unerwartete Ansprüche an die Krankenkassen im stationären Sektor widerspiegelt, die allerdings aufgrund der Abschläge bei Überschreitung der zuvor in den Entgeltverhandlungen festgesetzten Grenzen auch auf die Leistungserbringer Auswirkungen haben. In Anlehnung an schon in den USA etablierte Indices wird anschließend gezeigt, welchen Nutzen die Beteiligten des Gesundheitswesens durch die Erfassung weiterer Kostenindices ziehen können, um dann abschließend Methoden der Anpassung der eigenen Patienten- und Kostenstruktur an den zuvor entwickelten Index vorzunehmen.

In der nun folgenden Darstellung soll der Arzt allein aus Unternehmersicht betrachtet werden. Diese stark vereinfachte Sichtweise wurde gewählt, um die Risiken der Leistungserbringer als Unternehmer im Behandlungsviereck mit den Patienten, den Krankenkassen und der kassenärztlichen Vereinigung zu verdeutlichen. Als „Homo oeconomicus" erkennt man dabei schnell, dass man als Arzt insbesondere im niedergelassen Bereich in ein schlechtes Businessmodell gezwungen wird. Das Geschäftsmodell, welches sich dem Arzt bietet, lässt sich folgendermaßen vereinfacht darstellen: Das Standardmodell bietet dem Arzt keine direkte Bezahlung durch den Kunden sondern über zwei weitere Parteien, welche darüber hinaus auch noch entscheiden, wie viel seine Arbeit wert ist und wie bzw. wann Preise für Leistungen geändert werden sollen. Sie können darüber hinaus die Bezahlung erbrachter Leistungen ablehnen oder die Regeln zu erbringender Leistungen sowie deren Bezahlung ebenfalls ändern. Dadurch werden nicht nur die Informations- und Allokationsfunktionen des Preises ausgehebelt, so dass der Arzt den eigentlichen Wert seiner Leistung nicht austesten kann, es besteht auch keine Möglichkeit, Preisunter- oder Preisobergrenzen festzulegen. Ebenso wenig können neue Geschäftsfelder ausgelotet oder andere Leistungen angeboten werden, da diese Parteien dafür ebenfalls nicht zahlen. Darüber hinaus werden die Leistungserbringer von Vertretern dieser Parteien in die paradoxe Pflicht genommen, für mehr Wirtschaftlichkeit und Qualität zu deren Bedingungen zu sorgen. Diese Parteien schieben außerdem die Verantwortung über das Budget auf die Leistungserbringer, ohne gleichzeitig für eine Kostentransparenz bei den Patienten zu sorgen, so dass auch kein Kostenbewusstsein bei diesen aufgebaut werden kann. Damit wird das Risiko unvorhergesehener Kosten für die Leistungserbringer deutlich erhöht.